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EPD-Pflicht oder "nice to have"?

  • Autorenbild: Matthias Brinkert
    Matthias Brinkert
  • 7. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Feb.

Klimaschutz ist ein allumfassendes und stets präsentes Thema der heutigen Zeit. Internationale Klimaabkommen, wie das von Rio de Janeiro oder Paris geben klare Linien vor, denn eine echte Reduzierung der menschlichen Emissionen von Treibhausgasen ist quasi unabdingbar, um künftigen Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen.Die Erreichung dieses Ziels wird von Seiten der Europäischen Union durch die Treibhausgasneutralität bis 2050 angestrebt.


Viele Taktiken sind bereits in EU-Gesetze gegossen, die Vielfalt der Regulierungen ist durch die Relevanz des Klimawandels für alle Lebens- und Wirtschaftsbereichen riesig und für eine einzelne Person kaum zu überblicken.


Ein wichtiger Stellhebel zur Erreichung der globalen Klimaziele ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Bausektor. Gebäude werden heutzutage anhand nachhaltiger Kriterien bewertet, egal ob beim Neubau oder bei Renovierung/Sanierung. Hier tragen Baustoffe und Bauprodukte einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Europäischen Nachhaltigkeitsziele bei. Ein wichtiges Kommunikationsinstrument stellt dabei das Format der Umwelt-Produkt-Deklaration (Engl.: Environmental Product Declaration, kurz: EPDs) dar. Dieser Blog stellt Ihnen das EPD-Format, für das mit der EN 15804 übrigens eine eigene EU-Norm speziell für den Bausektor existiert, kurz und prägnant vor.


Die EPD-Pflicht kommt auf viele Unternehmen zu - Chancen erkennen ist wesentlich

Wie der Name schon sagt, beziehen sich diese Erklärungen auf einzelne Produkte bzw. Produktgruppen. Sie beruhen auf Ökobilanzen,  u.a. unter Einbeziehung von Produktions- und Recyclingprozessen, die erhoben werden, um die verschiedenartigen Umweltwirkungen (wie den Carbon Footprint) über die für das analysierte Objekt relevanten Lebenswegabschnitte aufzuzeigen. Die Deklaration umfasst inhaltlich ebenfalls Angaben zum Unternehmen und dem analysierten Produkt, sowie Ökobilanz-spezifische, methodenrelevante Angaben. Während EPDs ursprünglich ausschließlich im PDF-Format veröffentlicht wurden, liegt der Mehrwert heutzutage in der Generierung digitaler Datensätze, die über diverse Datenbanken veröffentlicht werden.

Dies geschieht nicht „im leeren Raum“, sondern die Erstellung, der Inhalt und der Umgang mit EPDs beruhen auf Product Category Rules (kurz PCR). Innerhalb Europas fungiert im  Bausektor die EN 15804 als Kern-PCR. EPD-Programmbetriebe wie das Institut für Bauen und Umwelt (kurz IBU) und EPD International (Environdec) adaptieren diese Regeln im Kontext der jeweiligen Produkttypen. Harmonisierungen zwischen den europäischen Programmbetrieben finden so weit wie möglich durch die ECO-Platform statt. Eine kritische Prüfung (sog. Review) durch einen unabhängigen Verifizierer sichert die Einhaltung der PCR ab. Nur norm- bzw. PCR-konforme EPDs werden über einen EPD-Programmbetrieb veröffentlicht.


Nun stellt sich für Sie sicherlich die Frage, wie weitere Bürokratie, Normen und EPDs das Klima schützen. Lassen Sie mich zwei Wege an Beispielen erläutern.


Da Bautätigkeiten zu den größten Emittenten von THGs gehören, können Gebäude, die als “Green Building“ konzipiert und gebaut werden, je nach Mitgliedsstaat und Verwendungszweck, mit EU-Mitteln gefördert werden. Dabei ist die Erbringung von Umwelt- und Wirtschaftlichkeitsnachweisen, insbesondere auf Basis von EPDs, auf Gebäudeebene in vielen Fällen bereits Pflicht. Nun ist nicht jedes neue Gebäude ein Green Building bzw. ein nachhaltiges Bauwerk im Sinne dieser Regelungen, jedoch steigt deren Anteil bereits kontinuierlich an. Ein Marktsegment, das nicht außer Acht gelassen werden sollte! Durch die gegebene Transparenz werden bei Ausschreibungen die Baustoffe bzw. Bauprodukte bevorzugt, deren Umweltauswirkungen im Vergleich am geringsten ausfallen.


Den zweiten Weg beschreibe ich als den „internen“ Weg. Sind Informationen und Daten über das Produkt, seinem Lebenszyklus und dessen Entsorgung vorhanden und bekannt, so lassen sich oft durch deren Analyse diverse Verbesserungsmöglichkeiten erkennen. Beispiele sind Einsparungen beim Einsatz von Energie und Rohstoffen aber auch die Steigerungen der Effizienz und der Effektivität der Produkte in der Nutzungsphase. Dies spart nicht nur Geld und steigert die Wirtschaftlichkeit, sondern erhöht die Nachhaltigkeit quasi nebenbei.


ECOSY steht Ihnen gerne zur Seite, um Ihre individuelle Lösung zur EPD-Erstellung zu finden, denn durch das gestaffelte in Kraft treten der neuen BAU PVO werden ab 2026 für alle Bauprodukte mit Europäischem Marktzugang, für die eine CE-Kennzeichnungspflicht besteht, die Ausweisung der Umweltwirkungen ihrer Produkte sukzessive verpflichtend. Für diese Deklaration ist das EPD-Format als Nachweis zulässig.


Stand: Feb. 2026

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